Was ist eine prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS)?

Drei von vier menstruierenden Menschen machen in ihrem Leben PMS durch. Die Mehrzahl hat nur milde Symptome. Doch rund 5 % der Menschen machen eine schwere Form von PMS durch, die so genannte prämenstruelle dysphorische Störung oder PMDS. [1] PMDS ist eine hormonelle (oder endokrine) Störung, die schwerwiegende Auswirkungen auf das Leben eines Menschen haben kann. In extremen Fällen beeinträchtigen die emotionalen und körperlichen Symptome das Arbeitsleben und die sozialen Kontakte und machen es schwer, gesunde Beziehungen zu führen. Aktuell wissen wir noch sehr wenig über die Ursachen von PMDS. Es wird angenommen, dass es sich dabei um eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber den üblichen hormonellen Veränderungen während des Menstruationszyklus handelt. Darüber hinaus könnten genetische Veranlagung, Depressionen in der Familie sowie belastende oder traumatische Erlebnisse eine Rolle spielen. Indem wir mehr über wenig bekannte Beschwerden wie PMDS lernen, können wir mehr Menschen dabei helfen, die Symptome zu erkennen, sich die nötige Unterstützung zu holen und ihr Leben ohne Einschränkungen leben zu können.

Welche Symptome hat PMDS?

Die prämenstruelle dysphorische Störung tritt jeden Monat auf, üblicherweise eine oder zwei Wochen vor Beginn der Periode. Am ersten Tag der Periode klingen die Symptome ab und verschwinden gänzlich, wenn deine Regel vorbei ist. Menschen mit PMDS leiden an folgenden Symptomen. [2]

Emotionale Symptome

• Stimmungsschwankungen

• Traurigkeit und Weinerlichkeit

• Wut und Reizbarkeit

• Ängstlichkeit

• Hoffnungslosigkeit

• Innere Anspannung

• Konzentrationsstörungen

• Ein Gefühl der Überforderung

• Energielosigkeit

• Weniger Freude an Lieblingsaktivitäten

• Suizidgedanken

Körperliche und Verhaltenssymptome

• Empfindliche oder angeschwollene Brüste

• Gelenk- und Muskelschmerzen

• Kopfschmerzen

• Aufgedunsenes Gefühl

• Änderungen im Essverhalten wie Überessen oder Heißhunger

• Schlafstörungen

• Schwierigkeiten beim Vermeiden oder Lösen von Konflikten mit Mitmenschen

• Extreme Traurigkeit bei empfundener Zurückweisung

Behandlungsmöglichkeiten für PMDS

PMDS kann frustrierend und anstrengend sein, besonders, wenn du noch nicht viel darüber weißt oder keine Unterstützung erfährst. Wenn du die oben genannten Symptome erlebst oder glaubst, dass du PMDS haben könntest, lass dich am besten ärztlich beraten. Deine Ärztin oder dein Arzt wird die Störung diagnostizieren können und dir dabei helfen, die Symptome in den Griff zu kriegen, damit du deiner Periode nicht mehr mit Schrecken entgegensehen musst. PMDS kann sich furchtbar auswirken, besonders, wenn du sie allein durchmachen musst. Versuche also auf jeden Fall, dir Unterstützung zu holen. Wenn du Suizidgedanken hast, wende dich sofort an eine Person deines Vertrauens oder rufe eine Hotline an. Es gibt mehrere Behandlungsmöglichkeiten für prämenstruelle dysphorische Störung sowie Methoden, die Symptome in den Griff zu kriegen. Dazu gehören Gesprächstherapien, Antidepressiva, hormonelle Verhütungsmittel oder Schmerzmittel. Um festzustellen, ob deine Symptome von deinem Monatszyklus abhängig sind, empfehlen wir dir, ein Periodentagebuch zu führen, in dem du die Tage deiner Periode sowie dein Befinden während des gesamten Zyklus festhalten kannst. Diese Informationen helfen dir dabei, wiederkehrende Symptome zu erkennen. Und wenn du weißt, wann die PMDS auftreten könnte, kannst du vorsorgen. Manche Menschen verlegen wichtige Termine, die stressig werden könnten, und nehmen sich stattdessen Zeit für entspannende Aktivitäten. Achte auf deine körperliche und emotionale Gesundheit. Versuche, genug zu schlafen, mache körperschonende Übungen, verbringe Zeit in der Natur oder meditiere, um zu entspannen. Unser Artikel über PMS enthält hilfreiche Tipps zur Änderung bestimmter Lebensgewohnheiten.

Medizinischer Haftungsausschluss

Die medizinischen Angaben in diesem Artikel dienen nur zu Informationszwecken und sollten nicht zu Diagnose- oder Therapiezwecken herangezogen werden. Wenn du Fragen zu einer bestimmten Krankheit hast, solltest du dich ärztlich beraten lassen.

[Quellen]

[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3196060/

[2] https://www.mind.org.uk/information-support/types-of-mental-health-problems/premenstrual-dysphoric-disorder-pmdd/about-pmdd/